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Gedicht zum Irak-Krieg auf Unicum veröffentlicht

Date: 2002-11-22 16:16

Dieser Beitrag wurde rückwirkend ins Blog aufgenommen, weil die Veröffentlichung auf unicum.de nicht mehr auffindbar ist. Es zeigt sich wieder, dass veröffentlichte Werke in Sozialen Netzwerken oder Foren irgendwo im Internet doch recht kurzlebig sein können und man mindestens parallel dazu eine eigene Webseite beschicken sollte.
Es geht um den Angriff auf den Irak, in der ich weniger eine Befreiung, denn einen Konflikt um Öl gesehen habe.
Die Erde weint

Scara !!
pass auf
Die Zeit ist gekommen
Die wilden Horden ziehen in die Wüste
und der Mond scheint hell

Krieger !!
sind es
Im Dunst der Zeit
Die ganze Welt verschwindet im Nebel
doch die Erde bebt

Staub !!
wirbelt auf
Die grossen Armeen suchen den Kampf
Niemand will grundlos Sterben
voran kleiner Bruder - gemeinsam

Vorwärts !!
immer weiter
Der heilige Krieg vernichtet die Welt
Keiner glaubte, keiner wusste
nun ist es zu spät

Gaia !!
zerstörtes Land
Vergessen sind Qualen, Ausbeutung und Not
Der Pilz wächst aus dem Boden
schenkt Krankheit oft den Tod

Endlich !!
es ist soweit
Die vereinte Kriegerschar verhilft zum Sieg
Der Stärkere verliert den Kampf
Obwohl der Gegner flieht

Amerika !!
alles vorbei
Die goldene Sonne hinter der Wolkenwand
Verborgen, die Existenz erschüttert
Die Erde weint wegen Dir
Über das Gedicht
Dieses Gedicht habe ich im Juli 2002 geschrieben und ich möchte damit Amerika eindringlich warnen, irgendwelche anderen Staaten anzugreifen, nur weil angeblich irgendwelche Terroristen sich dort aufhalten. Man sollte sich dabei immer die Frage stellen, ob beispielsweise auch Deutschland angegriffen werden würde, wenn ein Terrorist nach einem Anschlag hier untertauchen würde. Hier wird eindeutig mit zweierlei Mass gemessen. Es wird angeblich ein Befreiungskrieg geführt, dabei geht es den Amerikanern hauptsächlich um die Demonstration der Macht (wir sind die Herren der Welt), der Fähigkeiten ihrer neuen Waffen (was teuer angeschafft wurde, muss man auch mal im Einsatz erproben) oder schlicht und einfach um Öl (in Amerika ist es noch mehr oder weniger egal, wieviel Sprit ein Auto verbraucht oder wie hinterher die Umwelt aussieht) oder mögliche Militärbasen im Irak (nach einer Invasion hätten sie freie Hand ein paar zu errichten).
Ein Krieg kann niemals erfolgreich enden. Es gibt immer Opfer auf beiden Seiten. An Dritte wird dabei gar nicht gedacht (die Bevölkerung Deutschlands wurde jedenfalls nicht gefragt, ob Sie für oder gegen den Krieg in Afghanistan oder im Irak sind). Dennoch müssen auch die Europäer mit den Auswirkungen (insbesondere zukünftiger) der Kriege Amerikas leben. Aber was wäre denn, wenn z. B. eine Atombombe auf den Irak fällt? Immerhin hat der Irak eine direkte Aussengrenze zur Türkei (fast EU) und alle EU-Bürger würden die Folgen zu spüren bekommen.
Wehrt Euch gegen Krieg. Wehrt Euch gegen die kriegsverherrlichende Propaganda, die auch jetzt die Kriege als "gut" und "notwendig" hinstellt. Die Bevölkerung im Irak oder in Afghanistan wird das sicherlich nicht so sehen.
Natürlich wurden beispielsweise Frauen in Afghanistan unterdrückt und ebenso kann man jetzt sagen, dass es ihnen nach einem Krieg besser gehen könnte. Aber solche (barbarisch anmutenden) Situationen gab' es früher in jedem Land mal. Man hat sich weiterentwickelt und gut. Und genauso muss es auch in den Ländern geschehen, die aus unserer Sicht noch nicht so "optimal entwickelt" oder zivilisiert dastehen. Das ist unsere europäische Sichtweise. Es geht uns absolut nichts an, ob in einem moslemischen Staat Diebe mit Handabhacken bestraft werden. Das sind eben andere Gesetze und Regeln und deshalb dürfen wir anderen Ländern nicht unsere Sitten (z. B. bzgl. Verschleierung o. ä.) aufzwingen. Wenn das die Leute dort nicht wollen, wird das irgendwann abgeschafft werden. Auch ohne uns.
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